Problem:
Anwendungen für KDE laufen unter Gnome und umgekehrt - die beiden Window-Manager verstehen sich. Allerdings sehen Gnome-Anwendungen unter KDE oft recht fremd aus, da sie andere grafische Elemente verwenden.
Lösung:
Für grafische KDE-Anwendungen kommt meist das Entwickler-Toolkit Qt zum Einsatz, bei Gnome ist es GTK+. Beide haben ihre Vor- und Nachteile und jeweils eine eingeschworene Entwickler-Gemeinschaft. Und eben ein anderes Aussehen: Gnome-Anwendungen glänzen durch Geschwindigkeit und funktionale Schlichtheit, während KDE viel fürs Auge tut und besonders den Anwendern entgegenkommt, die sich an Windows gewöhnt haben.
Damit Gnome-Software unter KDE optisch nicht völlig aus dem Rahmen fällt, dient das Projekt GTK-Qt 0.6 als Fensterkitt: Es installiert sich als neues Thema unter Gnome und zwingt Gnome-Anwendungen, für ihre grafischen Elemente das Qt-Toolkit zu verwenden.
So installieren Sie GTK-Qt: Für zahlreiche Distributionen gibt es bereits fertige Pakete. Sie können sich über www.pcwelt.de/qtk ein passendes RPM für Suse, Red Hat und Fedora herunterladen und als root wie üblich mit "rpm -ivh <rpm-Datei>" installieren.
Falls Sie für Ihr System kein RPM-Paket finden, kommen Sie trotzdem darum herum, GTK-Qt aus den Quellen zu kompilieren. Denn Sie können auf den Distributions-übergreifenden, bequemen GTK-Qt 0.6 Installer zurückgreifen. Dieses Paket ist ein ausführbares "Autopackage", das sich selbst auf allen Distributionen installieren kann und dabei auch mögliche Abhängigkeiten auflöst, indem es zusätzlich benötigte Dateien von der Projekt-Webseite herunterlädt.
Um die Installation zu starten, müssen Sie die Datei aber erst noch in einem Konsolenfenster mit dem Befehl "chmod +x gtk-qt-engi ne-0.6-3.x86.package" ausführbar machen und dann mit "./gtk-qt-engine-0.6-3.x86.pac kage" aufrufen. Falls Sie GTK-Qt systemweit installieren möchten, benötigen Sie dazu das Passwort für root.
Nach der Installation finden Sie im Control-Center von KDE unter "Erscheinungsbild" den neuen Menüpunkt "GTK Styles und Fonts", mit dem Sie die gewünschte Optik für Gnome-Anwendungen einstellen können. Aktivieren Sie dort die Option "Use my KDE style in GTK applications", damit Gnome-Programme Qt-Elemente verwenden. Darunter können Sie auch die verwendeten Schriftarten anpassen.
Wichtig: Wenn Sie zu Gnome als Haupt-Desktop wechseln, dann stellen Sie zuerst im Control-Center von KDE wieder ein Gnome-Thema ein. Ansonsten kann es unter Gnome Probleme bei der Darstellung von Anwendungen geben, die GTK+ verwenden.
(nach Infos der PC-Welt)
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